Auge in Auge mit der Böenfront

Für ein richtig dramatisches Wetterfoto braucht man schon etwas Erfahrung und eine ordentliche Ladung Mut! Wenn ein Gewitter aufzieht, dann muss alles sehr schnell gehen und es bleibt nicht immer die Zeit, einen kleinen Berggipfel zu besteigen und auch noch rechtzeitig vor dem Losbrechen des Sturms mit Wind, Niederschlag und Blitzen wieder gesund herunterzukommen. Und deshalb möchte ich auch dringend vor einer undurchdachten Nachahmung abraten!

Für diese Aufnahme habe ich es allerdings trotzdem gewagt: Ich wollte mit den Wolken auf Augenhöhe sein und eine Perspektive ganz dicht an der Böenwalze und über den dichten Harzwald ergattern. Anhand der Geschwindigkeit der Böenfront konnte ich ungefähr einschätzen, wieviel Zeit mir noch für die Rückkehr bleibt. Im Rausch des Fotografierens habe ich beinah übertrieben, denn gerade erst hatte ich noch freie Sicht auf die Wolke, dann auf einmal war ich plötzlich mittendrin! Ich konnte vor Nebel und Wind kaum mehr den Rückweg erkennen! Ich flüchtete in aller Panik bergab, denn ab jetzt hatte ich keine 10 Minuten Zeit, um die wenigen Höhenmeter zum rettenden Auto zu gelangen. Und kaum saß ich völlig verschwitzt und durchnässt wieder im Auto, folgten Hagel und Sturm in voller Stärke! Was für ein verrücktes Unterfangen, Wahnsinn!