Das Leading Edge

Gewitter haben einen Nachteil: Sie haben warme und feuchte Luftmassen am liebsten. Erst unter diesen Bedingungen gedeihen sie ganz besonders prächtig, sodass das Wetterphänomen in Deutschland eher selten in voller Ausprägung anzutreffen ist. Leider bedeutet es aber auch, dass das Wetter die Planungen eines Wetterfotografen allesamt über den Haufen werfen kann, wenn Blitz und Donner einfach einige Kilometer südlich des gewünschten Standortes durchziehen. Grund ist, dass mit jedem Kilometer nach Süden die Wahrscheinlichkeit ansteigt, dass ausreichend energiegeladene Gewitterluft überhaupt ankommt!

Wenn also ein größeres Gewittergebiet aus Südwesten heraufzieht, dann bietet es sich häufig an, einen genauen Blick auf den südlichen Versorgungsrand des Komplexes zu werfen. Dort werden die Gewitter mit der meisten Warmluft versorgt, dort kann man relativ leicht dem Wettergefahren ausweichen und häufig stellt sich dort das schönste Lichtspiel ein! Diese Erfahrung nutzen Stormchaser gerne aus und versuchen deshalb beim Abfangen des Unwetters die ideale Beobachtungsposition relativ zur Zugrichtung des Unwetters einzuplanen. Wenn das alles reibungslos klappt, hat man ideale Bedingungen um das Gewitter gefahrlos von einem relativ sicheren Standpunkt aus und mit interessanten Vordergrund zu beobachten!